Kunstverweiler Archiv2018-05-20T18:08:25+00:00
Steurer_Augenbaum

Sepp Steurer: „Augenbaum“, Aquarell, 2001

über den Künstler

Sepp Steurer wurde 1931 in Ternitz in Niederösterreich geboren und lebt in Graz, wo er noch immer künstlerisch und pädagogisch tätig ist. 1950 absolvierte er die Kunstgewerbeschule (Fachabteilung Dekorative Malerei), wo seine Lehrer Prof. Rudolf Szyszkowitz und Porf. Otto Brunner waren. Seine Kunsttechniken sind: Grafik, Aquarell-, Tempera-, Öl-, Acryl-, Hinterglas- und Freskomalerei.
Sepp Steurer war als Kulissenmaler, Werbegrafiker, Auslagengestalter und Zeichenlehrer tätig. Seit 1981 unterrichtet er in der Erwachsenenbildung in Graz Öl- und Hinterglasmalerei.
Sepp Steurer ist seit 1989 Mitglied beim Steirischen Kunstverein Werkbund, ab 1994 war er auch Vorstandsmitglied.  Er hat im In- und Ausland ausgestellt, darunter: in Calgary/Kanada, in Augsburg und Reutlingen in Deutschland, in Maribor und Ljubljana in Slowenien, in Barcelona-Sabadell/Spanien. 2004 wurde er zum Professor ernannt.

Veröffentlichungen:

  • Sepp Steurer, Hinterglasbilder, Aquarelle, Tempera, Ölmalerei, 2001
  • Sepp Steurer, Gegenständlich & Abstrakt, 2006
  • Sepp Steurer. Vom Hinterglasbild zur Abstrakten Malerei, 2011

Kleines Beispiel

Auch ungelebtes Leben
geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer
wie ein Batterie
in einer Taschenlampe
die keiner benutzt

Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so- und sovielen Jahren
anknipsen will
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus
und wenn du sie aufmachst
findest du nur deine Knochen
und falls du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen

Da hättest du
genau so gut
leuchten können

Quelle: Erich Fried „Gedichte“, DTV 1995.
Übersetzung ins Slowenische: Kasilda Bedenk

Skromen primer

Tudi neživeto življenje
gre h koncu
morda sicer počasneje
kot baterija
v žepni svetilki
ki je nihče ne uporablja

Toda to ne pomaga veliko:
če želiš
(na primer)
to žepno številko
po toliko in toliko letih
prižgati
iz nje ne pride več niti za dih svetlobe
in če jo odpreš
najdeš samo svoje kosti
in če imaš smolo
tudi te
že povsem razžrte

Lahko bi bil
prav tako dobro
tudi svetil

über den Autor

Erich Fried (* 6. Mai 1921 in Wien; † 22. November 1988 in Baden-Baden) war österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist.

Er war das einzige Kind einer Wiener jüdischen Familie. Sein Vater starb im 1938 an den Folgen eines Verhörs durch die Gestapo. Fried emigrierte nach London, wo er bis ans Lebensende wohnte und auch begraben ist. 1962 kam er zum ersten Mal nach seiner Flucht nach Wien, 1982 erlangte er wieder die österreichische Staatsbürgerschaft, behielt aber die britische bei.

Er war der Hauptvertreter der politischen Lyrik in Deutschland und gleichzeitig ein glänzender Übersetzer aus dem Englischen. Fried war sein ganzes Leben schriftstellerisch und politisch sehr engagiert, besonders in der BRD, wo er Mitglied der Gruppe 47 wurde und an der 68er-Bewegung teinahm. Er beteiligte sich am politischen Diskurs seiner Zeit, war aber ein unabhängiger Geist, der sich nicht für eine festgelegte Ideologie vereinnahmen ließ.

Neben zahleichen Gedichtbändern verfasste er auch einen Roman und Kurzprosa. Sein wohl bekanntestes Lyrikband ist das in 1979 erschienene Buch Liebesgedichte.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried, 13.9.2017